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Bikaner

Infos

 

Über Bikaner zu schreiben ist eigentlich Unsinn, weil es im Internet jede Menge Informationen gibt. Nur so viel, gemessen an der Historie ist Bikaner heute eine ruhige, ggf. sogar verschlafene Stadt. Allerdings sind die touristischen Highlights wirklich solche.

Ebenso interessant wie die Gebäude ist das Geschlecht der Maharaja von Bikaner. Insbesondere der vorvorletzte - Ganga Singh - und letzte Herrscher - Karni Singh - haben mich in ihrer Weitsicht beeindruckt.

Erwarb Ganga Sing (1880-1943) insbesondere durch Modernisierung und Konsolidierung seines Reiches Verdienste, verdankt Indien seinem Enkel Karni Singh (1924-1988) den Bundesstaat Rajastan und alle Maharaja den Erhalt ihrer Vermögen im Rahmen der Bildung des indischen Staates. Darüber hinaus war er erfolgreicher Olympiateilnehmer.

Hintergrund: Während sich die Mehrheit der über 20 Maharaja im Zuge der Bildung des indischen Staates in althergebrachter Weise gegenseitig durch Machtspiele und Intrigen (früher schlachtete man sich gegenseitig ab) paralysierte, schmiedete Karni Singh, angeregt durch seinen Vater, eine Allianz aller Maharaja, die letztendlich zum Bundesstaat Rhajastan führte. Mit der Schlagkraft der nun geeinten Maharaja verhandelte er mit der Zentralregierung unter Indira Gandhi über die Bedingungen des Machtverzichts der Maharaja. Das Ergebnis ist bekannt: die Maharaja verzichteten auf die Macht und durften dafür den größten Teil des Vermögens, darunter nahezu alle Paläste (viele sind heute Hotels), behalten. Heute stehen die Maharaja, die natürlich noch ihren Nimbus pflegen, riesigen Trusts vor. Aus lokalen Königen wurden globale Wirtschaftslenker.

 

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Bikaner / Fort Junagarh

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Fort Junagarh, auch Stadtpalast genannt, ist der vielleicht am besten erhaltene Sitz eines Maharaja. Der Verfasser hofft, dass ein wenig davon mit der Bildershow deutlich wird.

 

Der Palast / die Festung wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Wohnsitz aufgegeben. Man zog in einen von englischen Architekten neu errichteten Palast, der heute ein Museum, ein Hotel und einen Privatbereich der Nachkommen des Maharaja umfasst.

Bikaner / Jaina-Tempel Bhanda Shaha

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Der Jaina-Tempel Bhanda Shaha wurde 1468 von dem reichen Kaufmann Bhandasa Oswal gestiftet und 1514 von seiner Tochter vollendet. Er ist älter als Bikaner, das 1488 gegründet wurde.

Für den Bau wurden die Steine aus dem mehr als 300 Kilometer entfernten Jaisalmer herantransportiert. Ghee fand an Stelle von Wasser Verwendung - sagen die Legenden. Die aktuelle Ausmalung entstand im 18. Jahrhundert.

 

Während des Besuchs hatte der Verfasser ausreichend Zeit, sich mit dem diensthabenden Priester zu unterhalten: In fünfter Generation betreut seine Familie den Tempel. Aktuell sind es der Gesprächspartner sowie dessen Vater, Bruder und Onkel. Ein Cousin befindet sich in einer entsprechenden Ausbildung. Alle Familien können gut vom Einkommen aus dem Tempel leben.

 

360-Grad-Panorama (unbedingt ansehen)

Deshnok / Karni-Mata-Tempel

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Deshnok liegt etwa 30 Kilometer entfernt von Bikaner und ist bekannt durch den Karni-Mater-Tempel.

Verkürzt wird der Tempel als Ratten-Tempel bezeichnet. Aber nicht die Ratten sind die Verehrten. Das ist Karni Mata. Die Ratten sind die eigentlichen Nutznießer der Legende.

 

Die Angaben über die Anzahl der Ratten im Tempel schwanken sehr. Der Verfasser las von 8.000 Tierchen, aber auch von 20.000. Es sind wohl mindestens 10.000.

Fest steht, dass der Tempel ganzjährig etwa 120 dauerhaft Beschäftigte hat. Hinzu kommen Saisonkräfte während der Vorbereitung und Durchführung von jährlich ca. 10 großen Festen.

 

Ein wenig beunruhigt ist der Verfasser nach dem Besuch: Zu seinem Leidwesen sah der Verfasser in diesem Jahr nicht eine weiße Ratte. Im Jahr 1999 gelangen ihm sogar Fotos von zwei weißen Nagern. Hoffentlich bleibt das Glück dennoch weiterhin an seiner Seite.

 

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© Lothar Rehle / Erstveröffentlichung: 01.06.2013 /

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