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Status: Die letzte inhaltliche Aktualisierung ist vom 05.06.2017, 19.16 Uhr MESZ (Goddy eingefügt); alle späteren Änderungen haben lediglich redaktionellen Charakter oder betreffen die Zugriffstatistik.

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Amritsar

Infos

 

Das etwas mehr als eine Million Einwohner zählende Amritsar liegt nicht einmal 30 km entfernt vom indischen Erzfeind Pakistan. Der Verfasser, konzentriert auf den Goldenen Tempel und Aspekte der Glaubensgemeinschaft der Sikhs, spürte davon allerdings nichts. Lediglich in einem Gespräch mit einem der in der Rezeption des Hotels herumsitzenden permanent Tee trinkenden Männer klang ein Eindruck des sich bedroht Fühlens an. Allerdings gab es auf Nachfrage dazu keine Antwort. Link 5 und 6 zeigen das tägliche Bedrohungsgebaren beiderseits der Grenze und die frenetische Begeisterung der Masse. Wer hat wohl davon einen Nutzen?

 

Zwei Ereignisse in Amritsar, die den jeweiligen Lauf der Geschichte beschleunigten, sind tief eingeschrieben in das indische kollektive Gedächtnis: das Massaker von 1919 und die Erstürmung des Goldenen Tempels 1984.

 

Für Interessierte gibt es hier ein paar weiterführende Links:

 

Link 1          Link 2          Link 3          Link 4          Link 5          Link 6              

Goldener Tempel

(Link)

Der Goldene Tempel [Hari Mandir; auch Darbar Sahib (Hof des Herrn)] von Amritsar ist der weltweit heiligste Tempel der Religionsgemeinschaft der Sikhs und das Zentrum eines sehr gut gepflegten Tempelbezirks, in dem neben ungezählten, geschätzt mehr als 3.000 Freiwilligen ohne Bezahlung auch etwa 2.000 Festangestellte ihr Auskommen finden. Zweifellos wird diese Station der Reise einer deren Höhepunkte sein, trotz des Diebstahls der Sandalen sowie vermutlich an diesem Ort gelegter Basis für eine extreme mehrtägige körperliche Leistungsschwäche.

 

Da der Verfasser an keiner Stelle die hochinteressanten Anfänge von Amritsar - hier strategische Einheit von Religion und Kommerz - und dem untrennbar mit dem Ort verbundenen Tempelkomplex beschrieben fand, gibt es hier ein paar Sätze dazu: Akbar der Große, einer der wichtigsten und schillerndsten indischen Herrscher, schenkte das Gebiet um das heutige Amritsar zwischen 1574 und 1581 dem vierten religiösen Führer der Sikhs, Ram Das. Dieser gründet daraufhin an dieser Stelle eine Stadt, weil dieser Platz von einer wichtigen Handelsroute des Ost-West-Handels berührt wurde. Zu jeder Stadtgründung gehörte die Anlage eines künstlichen Sees als Sammelbecken für den Monsun. Der jüngste Sohn von Das, Guru Arjun, vergrößerte den See (Amrit Sovar, dt.: See des Unsterblichkeitsnektars) und baute von 1589 bis 1601 in dessen Mitte den ersten Tempel. In den folgenden Jahrhunderten wurde der Tempel zerstört, wiederaufgebaut, entweiht und wieder zerstört, bis beim Wiederaufbau 1830 der größte weltliche Herrscher der Sikhs, Maharaja Ranjit Singh, 100 kg Gold spendete, mit dem das Dach beschlagen wurde. Daher der weltweit gebräuchliche, aber falsche Name.

 

Links zum Tempelbezirk:                            Link 1          Link 2          Offizielle Info der Sikh        

 

Links zum Thema Sikhismus und Sikhs: Link 1          Link 2          Link 3          Link 4          Link 5       

                                                                           Kurzfassung von Link 5 in HD         Link 6           Link 7

Essensausgabe beim Goldenen Tempel

(Link)

 Als der Verfasser das erste Mal auf dem Weg in den Tempelkomplex war, kam er an einer Stelle mit von der Art unerklärlichen und dazu noch extrem lauten Geräuschen vorbei. Gestählt durch die mehrwöchige tagtägliche indische Lärmkulisse registrierte er das Geräusch zwar, war aber viel zu sehr unter spannungsfroher Erwartung auf den Goldenen Tempel, um ernsthaft über Anderes nachzudenken.

Also geriet das Geräusch in Vergessenheit.

Nach mehrstündigem Aufenthalt im Tempelbereich ging es in Richtung Hotel, um etwas zu essen. Und da tauchte das fremde Geräuschbild wieder auf. Nun siegte zum Glück die Neugierde und die Quelle des Lärms war bald ausgemacht: mehr als 50 Menschen standen an mehreren langen Trögen und reinigten metallene Teller von Essensresten.

An anderer Stelle wurde in riesigen Kesseln unter vollem Körpereinsatz irgendetwas umgerührt.

Chapatis entstanden in zwei manuellen Produktionslinien.

Der Verfasser wurde zum gebannten Beobachter – alle Schritte von der Vorbereitung des Essens über die Essensausgabe und -einnahme bis zur Reinigung des Geschirrs laufen unter absoluter öffentlicher Einblicknahme – und Einbezogenen, weil die Akteure, so sie denn Zeit fanden, ihm freundlich zulächelten oder winkten.

Bald gesellte sich ein gesetzter bärtiger Turban tragender älterer Sikh zum Verfasser, beantwortete alle Fragen und erklärte über diese hinaus: das Essen heißt Langar; alle Akteure arbeiten aus freien Stücken ohne Entgelt; die Arbeit wird angesehen als ein Einlösen des Versprechens aller Sikh, jedem Menschen zu helfen; Essen kann jeder erhalten, der an einen Gott oder ein höheres Wesen glaubt; es gibt Essensteilnehmer, die erscheinen täglich; mehr als 100.000 vollwertige Mahlzeiten entstehen an jedem Tag eines jeden Jahres; alle Zutaten und Hilfsstoffe sind Spenden der weltweiten Gemeinde der Sikh …..

….. der Verfasser nahm die Einladung zum Essen nicht an und ärgert sich heute darüber sehr.

Eine Episode am Rande: die Filmaufnahmen von der Gemüsevorbereitung entstanden ohne Kontrolle, weil des Verfassers Augen ob der Zwiebelgase von vielleicht 25 Zwiebeln zerkleinernden Menschen mit Tränen überfüllt waren.

Jetzt fehlen dem Verfasser weitere Wort, zudem die beiden Filme alles besser vermitteln können.

 

Film 1          Film 2    


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© Lothar Rehle / Erstveröffentlichung: 01.06.2013 /

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